Rundgang leichte Sprache

Einführung

Das Internationale Keramik-Museum Weiden gehört zu:
Die Neue Sammlung – The Design Museum in München.
Man sagt deshalb: Es ist ein Zweig-Museum.
Hier gibt es kostbare Objekte aus Keramik.
Objekte sind die Gegenstände in der Ausstellung.

Keramik bedeutet:
Die Objekte sind aus dem Material Ton gemacht.
Ton ist eine besondere Erde,
die man gut formen oder gießen kann.

Es gibt unterschiedliche Arten von Keramik:

• Irden-Ware
Sie ist meistens rot oder braun.
Man kann sie bei großer Hitze in einem Ofen brennen.
Irden-Ware ist nicht sehr hart und bricht leicht.
Zum Beispiel: Alte Töpfe und Schüsseln sind meistens
aus Irden-Ware.

• Stein-Gut
Stein-Gut ist meistens weiß oder grau.
Man muss es bei größerer Hitze als bei Irden-Ware brennen.
Die Oberfläche ist meistens mit einer Glasur überzogen.
Eine Glasur ist eine dünne und durch-sichtige Schicht
über der Keramik.
Sie ist zuerst flüssig und dann macht große Hitze sie
hart wie Glas.
Die Glasur macht die Keramik wasser-dicht.
Geschirr für den Alltag ist meistens aus Stein-Gut.
Zum Beispiel: Teller und Tassen.

• Stein-Zeug
Stein-Zeug ist oft grau.
Man muss es bei sehr großer Hitze brennen.
Das macht es hart und dicht.
Es ist auch ohne Glasur wasser-dicht.
Zum Beispiel: Bier-Krüge oder Gefäße.

• Fayence oder Majolika
Fayence spricht so aus: Fa-johns.
Das ist eine besondere Art von Stein-Gut.
Sie hat meistens eine weiße Glasur und ist oft bemalt.
Zum Beispiel: Kacheln, Teller oder Vasen.

• Porzellan
Für Porzellan braucht man sehr feinen Ton.
Er heißt Kaolin.
Dazu kommen noch die Mineralien Feldspat und Quarz.
Porzellan muss man bei sehr großer Hitze brennen.
Es wird dann weiß und sehr hart.
Porzellan ist sehr fein und oft teuer.
Zum Beispiel: Kaffee-Geschirr, Vasen oder Figuren.

Die Keramiken in der Ausstellung kommen aus vielen Ländern und
einige davon sind 7.000 Jahre alt.
Es gibt einfache Töpfer-Arbeiten, Kunst-Objekte und
moderne Design-Objekte.

Das Museum ist seit dem Jahr 1990 geöffnet.
Es gibt hier Objekte aus diesen 6 bayerischen Museen:

• Archäologische Staats-Sammlung in München
• Bayerisches National-Museum in München
• Die Neue Sammlung – The Design Museum in München
• Museum Fünf Kontinente in München
• Staatliche Antiken-Sammlungen in München
Die Antike ist ein sehr alter Zeit-Raum von ungefähr 1.500 Jahren.
Sie war die Zeit von den alten Ägyptern, Griechen und Römern.
Ihr Ende war vor ungefähr 1.500 Jahren.
• Staatliches Museum Ägyptischer Kunst in München


Hier im Museum gibt es abwechselnd auch
Ausstellungen mit alter und mit neuer Keramik.
Man sagt dazu: Sonder-Ausstellungen.

Das Museum ist in einem Gebäude aus der Barock-Zeit.
Der Barock ist ein Zeit-Raum in der Kunst.
Vor ungefähr 300 Jahren hat der Baumeister und Mönch
Johann Jakob Philipp Muttone das Gebäude geplant.
Das Gebäude hat den Namen: Waldsassener Kasten.
Es hat damals zum Kloster Waldsassen gehört.
Das Kloster ist in der Nähe vom Museum.

Das kann man über die Objekte in der Ausstellung erfahren:
• Wie heißt das Objekt?
• Wer hat das Objekt entworfen und hergestellt?
• Wann hat man das Objekt entworfen und
wann hat man es hergestellt?
• Wo hat man das Objekt hergestellt?
• Was ist das Material für das Objekt und
welche Technik hat man angewendet?
• Ist das Objekt ein Geschenk an das Museum?
• Welche Nummer hat das Objekt in der Sammlung vom Museum?

Die Neue Sammlung

Die Moderne ist eine Kunst-Richtung,
die vor ungefähr 130 Jahren entstanden ist.
Sie hat ungefähr bis zum Jahr 1950 gedauert.
Die Anfänge von der modernen Keramik waren
in der Zeit vom Jugend-Stil.
Das ist eine Kunst-Richtung,
in der besonders Formen aus der Natur wichtig waren.
Zum Beispiel: Blätter und Blüten.
Die Kunst in Japan hatte damals einen großen Einfluss auf
die Gestaltung von der Keramik.
Die Keramik-Gefäße schauten oft aus wie Natur-Gegenstände.
Und sie hatten eine Glasur.
Eine Glasur ist eine dünne und durchsichtige Schicht über der Keramik.
Sie ist zuerst flüssig und dann macht große Hitze sie
hart wie Glas.
Im Lauf vom letzten Jahr-Hundert hat man Keramiken immer
weniger für Alltags-Gegenstände verwendet.
Die Keramiken haben sich damals so entwickelt:
von kunstvollen Einzel-Stücken über Figuren aus Keramik bis
zu künstlerischen Installationen.
Eine Installation ist ein Kunst-Projekt,
das in den Raum hinein-ragt.
Ungefähr ab dem Jahr 1960 hat sich die Keramik zu
einer eigenen Kunst-Form entwickelt.
Das war die Grundlage für die moderne Keramik von heute.
Moderne Keramiken sind Gebrauchs-Gegenstände,
aber auch Kunst-Objekte.

Staatliche Antikensammlungen

Die Objekte in der Ausstellung kommen aus
dem Alten Griechenland.
Sie sind aus der Zeit ungefähr vom Jahr 900 bis
ungefähr zum Jahr 300 vor der Geburt von Christus.
Im Alten Griechenland hat es 4 wichtige Zeit-Abschnitte gegeben:
• die geometrische Zeit
Sie war vor ungefähr 3.000 Jahren und
hat ungefähr 300 Jahre gedauert.
• die archaische Zeit
Sie war vor ungefähr 2.700 Jahren und
hat ungefähr 200 Jahre gedauert.
• die klassische Zeit
Sie war vor ungefähr 2.500 Jahren und
hat ungefähr 200 Jahre gedauert.
• die hellenistische Zeit
Sie war vor ungefähr 2.300 Jahren und
hat ungefähr 300 Jahre gedauert.
Diese 4 Zeit-Abschnitte hatten jeweils eigene Kunst-Stile.
Die Keramiken hatten erst strenge Muster,
zum Beispiel mit Linien und einfachen Formen.
Danach ist die Entwicklung so weiter-gegangen:
• Vor ungefähr 2.000 Jahren hat man in der Stadt Korinth
schwarze Figuren auf Vasen gemalt.
• Vor ungefähr 1.500 Jahren hat man dann in der Stadt Athen
rote Figuren auf Vasen gemalt.
Die Gegenstände aus Keramik hat man
für viele Zwecke verwendet.
Zum Beispiel:
• Man hat sie den Verstorbenen in das Grab gelegt.
• Man hat sie im Alltag benützt.
• Händler haben sie verkauft.
Viele Keramiken hat der Wittelsbacher Ausgleichs-Fonds
dem Museum geliehen.

Archäologische Staatssammlung

Der Vordere Orient ist das Gebiet im Süd-Osten von Europa und
im Westen von Asien.
Dazu gehören zum Beispiel:
die Länder Türkei, Syrien und Jordanien.
Forscher*innen haben in Bayern Keramiken aus
mehreren Zeit-Räumen ausgegraben.
Die ältesten Keramiken sind aus der Stein-Zeit.
Diese hat vor über 2 Millionen Jahren begonnen und
bis vor ungefähr 4 Tausend Jahren gedauert.
Die jüngeren Keramiken sind aus der Bronze-Zeit und
aus der Eisen-Zeit.
Andere Keramiken sind aus der Römer-Zeit und
aus dem Mittel-Alter.
Die jüngsten Keramiken sind aus den letzten Jahr-Hunderten.
Die Objekte in der Ausstellung zeigen:
Keramik war für alle Menschen immer schon wichtig.
Menschen überall auf der Welt haben sie für
verschiedene Zwecke verwendet.
Keramik war wichtig für Alltags-Gegenstände,
zum Beispiel für Gefäße und für Geschirr.
Aber man hat es auch für besondere Gelegenheiten gebraucht,
zum Beispiel für Feierlichkeiten als Opfer-Gaben.
Man hat auf Ton-Platten auch geschrieben,
solange der Ton noch weich war.
Und man hat Ton auch als Bau-Material verwendet.
Das beweisen Ausgrabungen aus Mesopotamien.
Mesopotamien ist ein großes Gebiet in Vorder-Asien zwischen
den großen Flüssen Euphrat und Tigris.
Euphrat spricht man so aus: Eu-Frat.
Zu einem großen Fluss sagt man auch: Strom.
Deswegen heißt es auch: Zwischen-Strom-Land.
Das Gebiet liegt heute in den Ländern Irak und Syrien.

Museum Fünf Kontinente

Im Land Peru in Süd-Amerika hat es
ganz alte Völker gegeben.
Sie hatten schon weit entwickelte Kulturen.
Zum Beispiel: bei Handwerk und Kunst.
In der Ausstellung gibt es Keramik von diesen Völkern.
Zum Beispiel aus der:
• Nazca-Kultur
Nazca spricht man so aus: Nahs-ka.
Das Nazca-Volk hat vor ungefähr 2.000 Jahren bis
vor ungefähr 1.300 Jahren gelebt.
• Chimú-Kultur
Chimú spricht man so aus: Tschi-mu.
Das Chimú-Volk hat vor ungefähr 900 Jahren bis
vor ungefähr 600 Jahren gelebt.
• Chancay-Kultur
Chancay spricht man so aus: Tschan-kei.
Das Chancay-Volk hat vor ungefähr 1.000 Jahren bis
vor ungefähr 600 Jahren gelebt.
Im Land Pakistan gibt es die sehr berühmte blaue Keramik
aus der Stadt Multan.
Diese Keramik gibt es schon seit vielen Jahr-Hunderten.
Ihre Muster zeigen:
Ideen für die Verzierungen von den Keramiken kommen
aus dem Land Persien und aus Süd-Asien.
Im Land Thailand gibt es Keramik mit roten Mustern.
Diese Keramik gehört zur Ban-Chiang-Kultur.
Ban-Chiang spricht man so aus: Ban-tschang.
Die Ban-Chiang-Kultur ist mehrere Tausend Jahre alt.

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst

Die Gesellschaft im Alten Ägypten und in Nubien war
kulturell hoch entwickelt.
Nubien spricht man so aus: Nu-bi-en.
So nennt man das Gebiet rechts und links vom Fluss Nil.
Der Nil fließt durch Ägypten.
Kulturell hoch entwickelt bedeutet zum Beispiel:
Sie hatten schon eine Schrift und haben Kunst-Werke geschaffen.
In diesen beiden Gebieten haben Forscher*innen
viele verschiedene Keramik-Gefäße ausgegraben.
Darunter war auch die Keramik-Art Fayence.
Man spricht das so aus: Fa-johns.
Dieser Name kommt von der Stadt Faenza in Italien.
Fayence ist eine besondere Keramik,
die eine weiße Glasur hat.
Die Keramiken haben sich im Lauf der Zeit verändert.
Deswegen können die Forscher*innen erkennen,
wie alt die Keramiken sind.
Die Keramiken von jedem Zeit-Raum
unterscheiden sich von anderen:
– durch die Form von den Gefäßen
– wie die Oberfläche ausschaut
Die Oberfläche kann glatt oder poliert sein,
sie kann eingefärbt oder bemalt sein.
Bei der Keramik hat sich auch
die Technik bei der Herstellung verändert:
Zuerst war sie nur mit der Hand geformt.
Später hat man sie auf ein Gestell gegeben,
das sich gedreht hat.
Und schließlich hat es Töpfer-Scheiben gegeben,
auf denen man Gefäße gedreht hat.
Die Schau-Kästen in der Ausstellung zeigen diese Entwicklung.
Und sie zeigen auch:
Nicht nur Gefäße waren aus Keramik und Fayence,
sondern auch Kunst-Gegenstände.

Bayerisches Nationalmuseum

Das Bayerische National-Museum hat
eine große Keramik-Sammlung.
Hier in der Ausstellung sind alle Arten von Keramik,
die man in Süd-Deutschland hergestellt hat:
Fayencen, Porzellane, Stein-Zeug, Stein-Gut und Irden-Ware.
Die Keramik-Fabriken in Amberg und in Sulzbach haben wie
die berühmten Fabriken in Nürnberg gearbeitet.
Sie haben Fayencen hergestellt.
Fayence spricht man so aus: Fa-johns.
Fayence ist eine besondere Art von der Keramik Stein-Gut.
Diese Gegenstände haben meistens eine weiße Glasur und
sind oft bemalt.
Eine Glasur ist eine dünne und durch-sichtige Schicht
über der Keramik.
In der Ausstellung ist auch Keramik aus Creußen.
Das ist ein Ort in der Nähe von der Stadt Bayreuth.
Dort hat es vor ungefähr 350 bis 450 Jahren
eine Fabrik für Stein-Zeug gegeben.
Stein-Zeug ist eine sehr harte Keramik und
es ist wasser-dicht.
Objekte aus Creußen sind zum Beispiel:
• Flaschen
Die Flaschen aus Stein-Zeug halten hohen Druck aus.
Deshalb kann man darin Mineral-Wasser transportieren.
• Krüge
Die Krüge haben reiche und viele farbige Verzierungen.
• Geschirr für den Alltag
Das Geschirr ist braun und
hat einfache Formen und Verzierungen.

Viele von den Porzellanen haben etwas
mit Kur-Fürst Karl Theodor zu tun.
Karl Theodor war Kur-Fürst von Bayern.
Er hatte eine Porzellan-Fabrik in der Stadt Frankenthal.
Diese Fabrik hat Porzellan wie in der berühmten Fabrik in
der Stadt Meißen hergestellt.
Es gibt in der Ausstellung Teller,
wie man sie in China gemacht hat.
Sie haben das Wappen von:
Pfalz-Graf Johann Christian von Sulzbach.
Das war der Vater von Kur-Fürst Karl Theodor.
Auf den Tellern ist auch das Wappen von
der zweiten Frau von seinem Vater.


Form 2000

Im Jahr 1952 hat die Zusammen-Arbeit zwischen
diesen beiden Männern begonnen:
Philip Rosenthal und Raymond Loewy.
Philip Rosenthal hat die Firma Rosenthal gehört,
die auch heute noch Porzellan, Glas und Keramik herstellt.
Raymond Loewy war ein Designer aus Amerika.
Und er hat sehr viel über Werbung gewusst.
Beide wollten die Firma Rosenthal bekannter machen.
Und sie wollten die Firma auch in Amerika erfolgreich machen.
Raymond Loewy hat gewusst,
dass ein Produkt den Menschen gefallen muss.
Es soll modern sein,
aber es darf nicht zu ungewöhnlich sein.
Diese beiden Regeln haben das Speise-Geschirr und
das Kaffee-Geschirr mit dem Namen Form 2000 erfüllt.
Richard S. Latham hat das Geschirr im Jahr 1953 entworfen.
Er war der Chef-Designer bei Raymond Loewy.
Die Kaffee-Kanne hat eine ganz ungewöhnliche Form:
Sie sieht ungefähr aus wie der Buchstabe X.
Die Form 2000 verbindet handwerkliche Kunst und Design.
Sie war Vorbild für die moderne Gestaltung von Keramik und
hat lange gehalten.
Man hat Form 2000 vom Jahr 1954 bis zum Jahr 1978 hergestellt.
Mehrere berühmte Designer*innen haben insgesamt 165 Muster
für dieses Geschirr entworfen.
Zum Beispiel:
• Björn Wiinblad aus Dänemark
• Tapio Wirkkala aus Finnland
• Alain Le Foll aus Frankreich
• Margaret Hildebrand aus Deutschland.
Die Muster waren ganz unterschiedlich:
Manche waren ein-farbig weiß oder creme-farben oder grau.
Manche Muster hatten gerade Linien oder
sie haben die Form von dem Geschirr hervor-gehoben.
Andere Muster waren wie Schatten auf dem Geschirr oder
sie haben damals moderne Farben auf das Geschirr gebracht.
Es hat auch Blumen-Muster und
vereinfachte Formen aus der Natur gegeben.
Die Griffe und die Deckel hatten oft
eine andere Farbe als die Kanne.
Die Form 2000 zeigt:
Ein schönes Design und die Herstellung in großen Stück-Zahlen lassen sich gut vereinbaren.

Die Herstellung von Keramik

Keramik kann man auf unterschiedliche Arten herstellen.
Zum Beispiel:
Für Porzellan in Fabriken und
für Keramiken in kleinen Werk-Stätten.
Diese beiden Arten unterscheiden sich
im Material, in der Technik und im Aussehen.
Porzellan hat man in China vor
ungefähr 1.400 Jahren erfunden.
Erst seit ungefähr 300 Jahren kann man es
auch in Europa herstellen.
Man muss dazu:
die Roh-Stoffe gut mischen, einen Gegenstand formen und
ihn dann in einem Ofen in großer Hitze brennen.
Roh-Stoffe sind die Materialien,
die man mischt und aus denen man etwas Neues macht.
Die Roh-Stoffe für Porzellan sind:
Der sehr feine Ton Kaolin und
die Mineralien Feldspat und Quarz.
Die Herstellung in den Fabriken
Im Jahr 1931 hat Hermann Gretsch ein besonderes Porzellan für
die Porzellan-Fabrik Arzberg entworfen.
Es hat den Namen: 1382.
Es ist ein gutes Beispiel für Herstellung von Porzellan in den Fabriken.
Diese Arbeits-Schritte sind notwendig:
• Schritt 1
Zuerst mischt man die Roh-Stoffe mit Wasser.
Diese flüssige Mischung hat den Namen: Schlicker.
Diesen Schlicker gießt man in eine Form aus Gips,
zum Beispiel für eine Kaffee-Kanne.
Der Gips zieht dann das Wasser aus dem Schlicker.
Wenn der Schlicker an der Außenseite von der Kanne fast trocken ist,
schüttet man den noch flüssigen Rest aus.
Dadurch wird die Kanne hohl.
Dann kann man sie aus der Form nehmen.
Die Kanne ist jetzt so hart wie Leder.
Auch den Deckel und den Henkel gießt man in eine Form.
Man fügt sie mit der Kanne zusammen und
macht alle Kanten glatt.
• Schritt 2
Danach kommt der erste Brand.
Er hat den Namen: Biskuit-Brand.
Biskuit spricht man so aus: Bis-kwitt.
Bei diesem Brand schrumpft die Kanne ein wenig.
• Schritt 3
Dann trägt man die Glasur und verschiedene Verzierungen auf.
Eine Glasur ist eine dünne und durch-sichtige Schicht.
• Schritt 4
Beim zweiten Brand verschmilzt diese Glasur mit der Keramik.
Es entsteht eine glatte und dichte Ober-Fläche.
Dieser Brand hat den Namen: Glatt-Brand.
Danach kann man die Kanne auch noch mehr verzieren.
Die Herstellung in den kleinen Werk-Stätten
Ganz anders stellt man Keramik in kleinen Werk-Stätten her.
Das geschieht meistens in Hand-Arbeit.
Hier verwendet man alle Arten von Keramik.
Die Formen entstehen auf verschiedene Art:
– wenn man den Ton auf einer Töpfer-Scheibe dreht
– wenn man den Schlicker in eine Form gießt
– wenn man die Streifen oder Platten aus Ton zusammen-baut
– wenn man den Ton frei mit der Hand formt.
Die Gegenstände trocknen erst an der Luft.
Danach kommt ein Brand im Brenn-Ofen.
Manchmal folgen noch ein Glasur-Brand oder
weitere Brände.
Auf die Glasur kann man verzichten und
die Verzierungen mit anderen Techniken machen.
Zum Beispiel: mit Malerei oder Ritzungen.
Oft experimentieren die Hersteller*innen bei ihrer Arbeit.
So können Gegenstände entstehen,
die ganz besonders aussehen und Einzel-Stücke sind.

Die Stadt Weiden und die Porzellan-Industrie

Die Stadt Weiden liegt an einer sehr alten Straße zwischen
den großen Städten Nürnberg und Prag.
Prag ist heute die Hauptstadt von Tschechien.
Man sagt zu dieser Straße: Goldene Straße.
Diese Straße hat vor ungefähr 700 Jahren Weiden
zu einem wichtigen Ort für den Handel gemacht.
1863 kam die Eisenbahn nach Weiden.
Deswegen hat man bald viele Fabriken in Weiden gebaut.
Wichtig waren Glas-Fabriken und Textil-Fabriken.
Aber am wichtigsten waren die Porzellan-Fabriken.
Weiden wurde eine Industrie-Stadt.
Für die Herstellung von Porzellan
braucht man sehr feinen Ton.
Er heißt: Kaolin.
Dazu kommen noch die Mineralien Feldspat und Quarz.
Porzellan muss man bei sehr großer Hitze brennen.
Es wird dann weiß und sehr hart.
Porzellan ist sehr fein und oft teuer.
Zum Beispiel: Kaffee-Geschirr, Vasen oder Figuren.
Die Porzellan-Industrie hatte gute Bedingungen in Weiden:
In der Nähe ist die Stadt Hirschau.
Dort gibt es sehr viel Kaolin.
Und es hat auch die Braun-Kohle aus
dem nahen Land Böhmen gegeben.
Damit hat man die Brenn-Öfen geheizt.
Es hat auch viele Menschen gegeben,
die in den Fabriken arbeiten wollten.
So sind in Weiden 3 große Porzellan-Fabriken entstanden.
Die erste Porzellan-Fabrik in Weiden haben die Brüder
August und Conrad Bauscher im Jahr 1881 gegründet.
Die Firma stellt Porzellan für Hotels und
für Gast-Stätten und Kantinen her.

Seit dem Jahr 1998 heißt die Firma: BHS Tabletop.
Tabletop spricht man so aus: Teybl-Topp.
Das ist Englisch und bedeutet ungefähr:
Was auf dem Tisch steht.
B-H-S spricht man als einzelne Buchstaben.
Sie stehen für 3 Porzellan-Firmen,
die man dafür zusammen-gelegt hat:
Bauscher, Hutschenreuther und Schönwald
Die neue Firma ist heute eine von
den größten Porzellan-Herstellern in Europa.
Die zweite Porzellan-Fabrik in Weiden hat
Christian Wilhelm Seltmann im Jahr 1910 gegründet.
Diese Firma hatte schon früh sehr moderne Maschinen.
Sie hat das Geschirr also ohne Hand-Arbeit hergestellt.
Heute ist sie eine von den modernsten Porzellan-Fabriken in Europa.
Die Firma produziert nur in Deutschland.
Die dritte Porzellan-Fabrik in Weiden war die Firma Bavaria.
Sie war in Weiden im Stadt-Teil Ullersricht.
Zwischen den Jahren 1920 und 1931 hat sie
Porzellan für den Alltag und auch Figuren aus Porzellan hergestellt.
Diese Firma gibt es heute nicht mehr.
Aber durch die Firmen Bauscher und Seltmann ist die Stadt Weiden
noch immer mit dem Porzellan sehr verbunden.