Moderne im Rückblick
Hundert Jahre nach der ersten Ausstellung der Neuen Sammlung richtet das Internationale Keramik-Museum den Blick zurück auf die Anfänge der Münchner Institution. Gezeigt wird eine Auswahl keramischer Werke, die bereits 1926 in ihrer Eröffnungsausstellung zu sehen waren – und damit ein prägender Moment ihrer Sammlungsgeschichte.
Die Neue Sammlung entstand 1925 zunächst als „Abteilung für Gewerbekunst“ am Bayerischen Nationalmuseum. Von Beginn an standen Modernität, Internationalität und die Qualität zeitgenössischer Gestaltung im Mittelpunkt. Die erste Ausstellung verstand sich dabei nicht nur als museale Präsentation von Objekten, sondern auch als programmatischer Auftakt: Sie sollte die neue Institution vorstellen und zugleich einem breiten Publikum in gestalterischen Fragen Orientierung bieten.
Keramik nahm innerhalb dieses Konzepts eine bedeutende Stellung ein. Ihr war ein eigener Saal gewidmet, hinzu kamen die im Nachbarraum untergebrachten Porzellane sowie großformatige Arbeiten im Eingangsbereich. Die heutige Präsentation im Internationalen Keramik-Museum knüpft daran an und versammelt Werke, welche von der Vielfalt moderner Gestaltung zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeugen: von Jugendstil und sachlicher Form über regionale Traditionen bis hin zu internationalen Positionen. So wird sichtbar, wie früh jene Offenheit angelegt war, die das Profil der Sammlung bis in die Gegenwart prägt.